Rechtsanspruch

Die betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung ist als zweite Säule neben der gesetzlichen Rentenversicherung (erste Säule) und der privaten Vorsorge (dritte Säule) ein zunehmend bedeutender Bestandteil unseres Alterssicherungssystems.

Die Alterssicherung über den Betrieb hat in Deutschland eine lange Tradition.
Bereits zu Beginn der Industrialisierung, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, boten erste Unternehmer ihren Arbeitern freiwillig eine Alterssicherung durch Hilfs- und Unterstützungskassen an.
Die Arbeitgeber nutzten diese Form der betrieblichen Sozialleistung häufig, um in ihrem Betriebsumfeld soziale Verantwortung zu zeigen.

Die betriebliche Form der Altersversorgung existiert damit schon länger als die gesetzliche Rentenversicherung.
Die betriebliche Altersversorgung ist klassischerweise eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.
Im Lauf der Zeit wurden zunehmend Formen der betrieblichen Alterssicherung entwickelt, in denen sich auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Umwandlung von Teilen ihres Arbeitsentgelts am Aufbau ihrer Betriebsrente beteiligen konnten.

Bis zum Jahr 2002 entschied jedoch allein der Arbeitgeber, ob und in welcher Form er betriebliche Altersversorgung in seinem Unternehmen anbot.

Seit Januar 2002 haben Beschäftigte grundsätzlich das Recht, einen Teil ihres Lohns oder Gehalts zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung umzuwandeln, um später eine Betriebsrente zu erhalten (Entgeltumwandlung).

Der Arbeitgeber muss diesem Wunsch nachkommen. Eine Pflicht des Arbeitgebers, sich an der Alterssicherung seiner Beschäftigten finanziell zu beteiligen, ist durch den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung allerdings nicht entstanden.

Besonders durch die Einführung des Rechtsanspruchs auf Entgeltumwandlung und durch neue lukrative staatliche Förderangebote wurde die Basis für eine deutliche Ausweitung der betrieblichen Altersversorgung gelegt.

Bis Ende März 2003 hatten rund 15,3 Millionen Beschäftigte Anwartschaften auf eine Betriebsrente (zirka 10,3 Millionen in der Privatwirtschaft und zirka fünf Millionen bei den öffentlichen Zusatzversorgungseinrichtungen). Dies entspricht etwa 57 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Zusätzliche Altersvorsorge, Januar 2010