Arbeitnehmerberatung

Alterssicherung in Deutschland

Die Rente – das ist für die meisten Menschen in Deutschland ein neuer Lebensabschnitt nach einem langen Arbeitsleben.
Endlich hat man mehr Zeit für Familie, Hobbys, Reisen und Entspannung.
Auf seinen gewohnten Lebensstandard möchte dabei niemand verzichten.
Zwar hat man als Rentnerin oder Rentner in aller Regel nicht so hohe Lebenshaltungskosten wie während des Arbeitslebens, weil zum Beispiel das Haus abgezahlt ist und die Kinder auf eigenen Beinen stehen.
Trotzdem gilt: Wer seinen bisherigen Lebensstandard auch im Ruhestand aufrechterhalten möchte, sollte ergänzend fürs Alter vorsorgen.
Der Staat unterstützt dies neuerdings mit beträchtlichen Mitteln, so dass sich jeder eine Extra-Rente ansparen kann.

Herausforderungen für die Altersvorsorge

Die Menschen in Deutschland werden immer älter.
Eine 60-jährige Frau lebt heute – statistisch gesehen – noch weitere 23 Jahre; ein Mann im Durchschnitt noch 19 Jahre.
Das ist erfreulich, bringt jedoch Herausforderungen in allen Lebensbereichen mit sich.
Besonders für die Finanzierung der Alterssicherungssysteme bedeutet dies eine zusätzliche Belastung.
Gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren.
Bei der derzeitigen Geburtenrate von durchschnittlich 1,3 bis 1,4 Kindern pro Frau wird jede nachwachsende Generation zahlenmäßig kleiner sein als die vorangegangene Generation.
Das bedeutet für die Sozialversicherungssysteme, dass immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenbeziehern gegenüberstehen.
Hinzu kommt, dass sich die Erwerbsbiografien in den vergangenen Jahren massiv gewandelt haben.
Nur noch selten wird die gesamte Zeit der Berufstätigkeit bei nur einem Arbeitgeber verbracht.
Vielmehr wechseln befristete und unbefristete Arbeitsverhältnisse, abhängige Beschäftigung und selbstständige Tätigkeit oder Inlandsbeschäftigung und Auslandsaufenthalt einander ab.
Nicht zuletzt können Zeiten der Kindererziehung, der Weiterbildung oder der Arbeitslosigkeit den Erwerbsverlauf unterbrechen.
Unser Alterssicherungssystem baut – wie das der meisten anderen modernen Staaten auch – auf einem annähernd ausgewogenen Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenbeziehern auf.
Wenn auf die neuen Herausforderungen nicht reagiert würde, käme das System aus dem Gleichgewicht.

Drei Säulen für ein finanziell gesichertes Alter

Das deutsche Rentensystem beruht auf drei Säulen.
Die wichtigste, stärkste Säule ist und bleibt die gesetzliche Rentenversicherung.
 Sie hat in Deutschland eine lange Tradition und ist eine der großen sozialen Errungenschaften.
Sie funktioniert im Umlageverfahren: Aus den Einzahlungen der heute Arbeitenden werden direkt die Renten der heutigen Rentner bezahlt.
Im Unterschied zu privaten Versicherungen, die man freiwillig abschließt, ist die gesetzliche Rentenversicherung eine Pflichtversicherung für alle abhängig Beschäftigten und für bestimmte Selbstständige sowie weitere besondere Personengruppen.
Informationen über alle Aspekte der gesetzlichen Rentenversicherung können dem „Ratgeber zur Rente“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entnommen werden (Bestellmöglichkeit siehe Öffentlichkeitsarbeit)
Die betriebliche sowie Riester und die private Altersvorsorge bilden im deutschen Rentensystem die zweite und die dritte Säule.
Eine zusätzliche Absicherung ist sinnvoll und notwendig, um den im Berufsleben erreichten Lebensstandard auch im Alter aufrechterhalten zu können.
Der Aufbau einer solchen Zusatzrente wird zum einen durch Befreiung von der Steuer- und Beitragspflicht und zum anderen mit direkten, geldwerten Zulagen gefördert.
Im Unterschied zum Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung bildet man bei der zusätzlichen Altersvorsorge in der Regel sein Kapital individuell für sich (Kapitaldeckungsverfahren).
Außerdem kann jeder frei wählen, ob und wie er sich zusätzlich absichert.
Staatlich geförderte Zusatzvorsorge ist attraktiv und lohnend – aber keine Pflicht.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Zusätzliche Altersvorsorge, Januar 2010